Fünf Game-Tipps für die (Corona-) Sommerferien (1/5): THE LAST OF US – PART II

Was im Januar niemand erwartet hätte, ist also Realität geworden: Das neue Corona-Virus hat unsere Jahrespläne gründlich über den Haufen geworfen. Auch die Sommerferien finden für die meisten Menschen nicht im ursprünglich geplanten Rahmen statt: Man bleibt in der Schweiz oder gar ganz zu Hause. Dies ist allerdings noch lange kein Grund, Trübsal zu blasen- denn es gibt diverse neue Spiele, die verregnete Sommertage oder schwülheisse Nächte im nu vergehen lassen.

Jede Woche gibt’s einen neuen Tipp und für die erste Woche gleich ein absolutes Highlight der aktuellen Konsolengeneration:

 

THE LAST OF US – PART II

The Last of Us erschien 2013 für die Playstation 3. Es verkaufte sich über 6 Millionen Mal und gilt zu Recht als eines der besten Spiele dieser Konsolengeneration. Grundlage für den Erfolg war nicht nur die unglaublich detaillierte Grafik, sondern vor allem die hervorragende Story:

Die Weltbevölkerung wurde von einem mutierten Pilz infiziert und 60% der Population haben sich in kannibalische Zombies verwandelt. Nachdem der Protagonist Joel seine Familie verloren hat, soll er die 14-jährige Ellie von Boston nach Salt Lake City bringen. Unterwegs entwickelt sich eine starke Bindung zwischen den Charakteren, die Joel am Ende der Reise auf eine gewaltige Probe stellt.

The Last of Us – Part II knüpft an die Ereignisse des ersten Teils an. Ellie ist zu einer jungen Frau herangewachsen, doch ihre Beziehung zu Joel ist zerrüttet. Ein schlimmes Ereignis zwingt Ellie, ihre Siedlung zu verlassen und nach Kalifornien aufzubrechen. Auf ihrer Reise erlebt sie Dinge, die kein junger Mensch erleben müssen sollte, der Tod wird zu ihrem ständigen Begleiter…

In der aktuellen Weltsituation ist The Last of Us Part II noch düsterer und grauenhafter. Die Bedrohung durch das neue Corona-Virus ist glücklicherweise weniger schlimm als die fiktive Pilzerkrankung im Spiel. Dennoch ertappt man sich nicht selten bei diversen «was wäre wenn» respektive «so könnte es werden»-Gedankenspielen.

Anders als bei vergleichbaren Titeln haben die Macher von Naughty Dog, es zudem geschafft, eine gnadenlose Nähe zu den verschiedenen Figuren zu schaffen, die einem unter die Haut geht. So stirbt in einer Szene des ersten Teils eine Figur durch Joel, deren Hintergrundgeschichte im zweiten Spiel erzählt wird. Und der Tod eben dieser Figur hat schliesslich furchtbare Konsequenzen für die Hauptfiguren von The Last of Us – Part II.

Es sind verschiedene derartige Kniffe, die eine Videospiel-Erfahrung ausmachen, wie man sie nicht oft erlebt. Man wird gezwungen, Dinge zu tun, die man sonst nur von den Böswichten anderer Spiele kennt. Man muss Entscheidungen treffen, bei denen man gleich spürt, dass sie grauenhafte Konsequenzen haben werden. Das Leiden der Charaktere wird schier unerträglich.

Nicht selten wollte ich einfach aufhören zu spielen, weil das Gezeigte Grenzen überschreitet. Getan habe ich es nicht. Man MUSS die Reise mit Ellie zu Ende führen, weil man es ihr schuldig ist, auch wenn es kaum auszuhalten ist…

Vielen Leserinnen und Lesern stellt sich jetzt die berechtigte Frage: Warum um alles in der Welt sollte ich ein derart düsteres, grausames, brutales Spiel spielen wollen?

Nun, weil es nicht nur eine atmosphärisch dichte Geschichte von Verlust und Verzweiflung ist, sondern auch weil es technisch zum Besten gehört, was auf der PlayStation 4 je erschienen ist. Wer das Grafik-Wunderwerk God of War gespielt hat und dachte, hier sei die Grenze des technisch Machbaren erreicht, wird hier eines Besseren belehrt.

Die Musik, die Dialoge und das Gameplay selbst- alles ist von A bis Z auf allerhöchstem Level. Selbst die Menus sind durchdesignt und Musterbeispiele von eleganter Effizienz. Gerüchteweise soll die Entwicklung des Spieles rund 100 Millionen Franken verschlungen haben- und man sieht es dem Spiel in jeder Sekunde an.

Ja, es ist surreal, in Momenten einer globalen Pandemie ein in vielerlei Hinsicht realistisches, postapokalyptisches Hardcore-Drama zu spielen. Aber wenn man komplett in die Welt von Ellie und Joel eintaucht, überkommt einen immer wieder das Gefühl, dass es bei uns glücklicherweise nicht so schlimm gekommen ist, wie in diesem Spiel. Und das ist seltsamerweise auch tröstlich.

FAZIT: THE LAST OF US – PART II gehört in JEDE PlayStation 4.

Titel: The Last of Us – Part Two

Plattform: PlayStation 4 (exklusiv)

Alter: ab 18 Jahren

Preis: ca. 79 Franken

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