Monsterjagd vom Feinsten: MONSTER HUNTER WORLD

Der japanische Entwickler Capcom lancierte 2004 ein Spiel namens Monster Hunter auf der PlayStation 2.

Das Konzept: In der Rolle eines Jägers müssen allerlei exotische, drachenähnliche Monster gejagt werden. Je nach Aufgabenstellung werden sie dabei getötet oder bloss gefangen. Im Verlaufe des Spiels erhält man rollenspieltypische Belohnungen wie Ausrüstungsgegenstände oder Waffen.

Die Spielerinnen und Spieler waren überzeugt – vor allem in asiatischen Märkten entwickelte sich eine riesige Fangemeinde. Bis im Januar dieses Jahres wanderten über 45 Millionen Exemplare der Spielreihe über den Ladentisch. Dennoch hatte die Reihe im Westen nie dieselbe Bedeutung wie in Asien. Grund dafür ist vermutlich die sehr steile Lernkurve.

Monster Hunter Spiele trugen stets das Etikett «Hardcore-Game» stolz auf der Brust. Hier musste jeder Erfolg hart erkämpft werden, es waren keine Spiele, die ihre Spielerinnen und Spieler bei der Hand nahmen und zum Endgegner führten. Umgekehrt genossen siegreiche Jägerinnen eine Endorphinausschüttung, wie sie bei einfachen Spielen selten eintritt.

Nichtsdestrotrotz beschlossen die Entwickler von Capcom, den soeben erschienen Teil MONSTER HUNTER WORLD etwas zugänglicher zu gestalten. Auf der PS4 und der XBOX ONE sollten Spielerkreise erschlossen werden, denen die Reihe bisher zu komplex schien. Kenner der Materie waren skeptisch- zu Unrecht. Man darf es vorweg nehmen: Das waghalsige Unterfangen gelang. MONSTER HUNTER – WORLD ist ein ganz grosser Wurf. Grössere Zugänglichkeit bedeutet allerdings nicht automatisch Leichtigkeit, doch dazu kommen wir später.

Gleich zu Beginn des Spiels tritt ein gewaltiges Vulkanmonster auf und schrottet erst mal das Schiff, mit dem man auf die sagenumwobene «Neue Welt» berufen wurde. Glücklicherweise rettet sich ein grosser Teil der anreisenden Jäger und so erreicht man schliesslich das Hauptquartier der «Forschungskommission». Von dort aus erkundet man eine gigantische Welt voller gefährlicher Tiere – die Jagd ist eröffnet.

Die gebotenen Welten sind riesig und vor allem höchst abwechslungsreich. Dichter Dschungel mit unzähligen (teilweise giftigen) Pflanzen, Wüstengebiete und Lava-Landschaften sind nur ein paar der riesigen Gebiete, die erkundet werden wollen. Die eigentliche Hauptrolle spielen aber natürlich die titelgebenden Monster.

Und die Monster haben es in sich. Nicht nur sind sie im wahrsten Sinne des Wortes schrecklich schön, sie sind auch höchst anspruchsvoll zu jagen. Einfach so mit dem Riesenschwert drauflosdreschen bringt in der Regel den schnellen Tod. Die bisweilen haushohen Biester müssen vielmehr zunächst gut beobachtet werden.

Nur wer den Gegner genau studiert hat, kennt seine Schwachstellen und hat überhaupt eine Chance, die teilweise halbstündigen Kämpfe zu überleben. In MONSTER HUNTER WORLD ist JEDER Kampf ein Kampf gegen einen Endgegner. Im Laufe eines Kampfes wechselt man nicht selten fünf bis sechs Mal die Lokalität, bis die Beute erlegt ist.

Natürlich wird man im Erfolgsfall reich belohnt- besiegte Gegner hinterlassen wertvolle Gegenstände, die man zu neuen Ausrüstungsgegenständen umfunktionieren kann. Nach und nach verstärkt man die Rüstung und Waffen, bis man schliesslich stark genug ist, sich dem finalen Riesenmonster zu stellen, doch bis dahin hat man schnell mal 50 Stunden Spielzeit auf dem Zähler.

Nicht zu Unrecht wird MONSTER HUNTER WORLD mit den schwierigsten Spielen der Spielgeschichte (wie zum Beispiel dem legendären DARK SOULS) verglichen. Ein Zuckerschlecken ist das Spiel nicht – hier muss jeder Erfolg verdient werden. Aber nach einer längeren Phase (zu) einfacher Spiele ist es sehr schön, wenn man sich endlich wieder einmal einer Herausforderung stellen muss, statt bloss an der Hand genommen und zum Endgegner geführt zu werden.

Top Grafik, umfangreiche Spielewelt, knackiger Schwierigkeitsgrad- MONSTER HUNTER WORLD ist ein absolutes Must Have für jeden ernsthaften Spielefan.

MONSTER HUNTER WORLD

Plattformen: PS4 (getestet), XBOX ONE, Windows

Altersfreigabe: 16 Jahren (PEGI)

Preis: ca. 69 Franken

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