Eskobar, The Crash und Stamina

Ein Konzertabend mit Pop-Perlen, netter Musik und einer herausragenden Band

Um Mitternacht verliess ich das umgebaute und nun sehr geräumig aussehende Sommercasino in Basel. Der Saal wurde an diesem Abend nicht nur von einer für verhältnismässig wenig bekannte Bands beachtlichen Menge Leute in Beschlag genommen, sondern auch mit hörenswerter Musik erfüllt. Drei Bands haben gespielt, alle durchaus gut, eine davon aber deutlich besser als die beiden anderen. Vordergründig die Hauptattraktion des Abends war die schwedische Erfolgsband Eskobar. Eine wundervolle Pop-Perle nach der anderen haben die Jungs von sich gegeben – wie vom Fliessband. Letztlich hatte das ganze jedoch den Charakter einer Massenfertigung von leicht melancholischen, das Publikum immer erfreuenden Happen, die aber nicht tiefer zu berühren vermochten. The Crash aus Finnland – zu Recht als Vorgruppe gesetzt – haben netten Poprock gemacht. Aber genug der Worte hierzu.
Denn der alles überragende Star des Abends war die Band Stamina. Dieses Nebenprojekt von Giusy, dem Sänger der Basler Band Phébus, der lediglich vom Gitarristen Thom begleitet wurde, hat das Publikum mit seiner klaren Stimme in tiefe Melancholie und gleichzeitig in ungeahnte Sphären gerissen. Zuerst mit ruhigen Liedern einen bedächtigen Einstieg schaffend, steigerten Stamina die Gefühlsstärke ihrer Lieder, bevor sie leider viel zu früh am Schluss ihres halbstündigen Auftritts angelangt sind. Im Gegensatz zu ihrem letztjährigen Konzert in der Kuppel haben die beiden auf ein psychedelisches Korsett ihrer Lieder verzichtet – damit vielleicht Erwartungen derjenigen enttäuscht, die Stamina bereits gekannt haben. Die Qualität des Dargebotenen wurde damit aber keineswegs geschmälert, es wurde lediglich der Kern ihres Stiles herausgeschält. Vielleicht hätten auch Alice in Chains so getönt, hätten sie sich von der Aggressivität des Grunge gelöst und sich konsequent weiterentwickelt. Die Musik von Stamina ist demgegenüber bereits weit gereift, und ist gerade durch den konsequenten Minimalismus und der Konzentration auf die Stimme von Giusy von einer Stärke, die im heutigen, über-produzierten Musikbusiness selten geworden ist. So haben Stamina das geschafft, was Eskobar und The Crash versucht haben, aber durch ihre Orientierung am poppigen Mainstream nicht erreichen konnten: nämlich herausragende Musik gemacht.

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