Philosophische Essays über die Welt
Die einzelnen Blog-Einträge

Was sollen Wissenschaften wollen?
(15.3.2007/4.2.2008)

Sinn und Zeit
(31.12.2007/4.2.2008)

Über die Vorzüge einer objektorientierten Logik
(9.9.2009)
Tom Schneider
Basel/Zürich/Prag

Tom Schneider

Geboren 1975, Studium der Soziologie, Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie Völkerrecht an der Universität Zürich.


Nicht das Alltägliche ist von Bedeutung, sondern das Besondere: Die Entdeckung von etwas, das sich hervorhebt aus all unserem selbstverständlichen Wissen. Solche Entdeckungen erweitern den Horizont, und ermöglichen es uns, alte Denkweisen aufzubrechen und zu neuen Erkenntnissen zu gelangen. Diesem Credo ist dieser Blog gewidmet.
Eine zentrale Stellung soll der Metastrukturalismus einnehmen: Also weder blosse Feststellungen von Einzelfällen noch die Abstraktion auf Gesetze, sondern vielmehr eine Konzentration auf die Strukturen der Strukturen. Der Metastrukturalismus ist ein Oberbegriff für die Disziplinen Mathematik und Logik, wobei insbesondere das systemtheoretische Denken sich dem Metastrukturalismus verpflichtet fühlt.

Alle Texte © Tom Schneider
Was sollen Wissenschaften wollen?
15.3.2007/4.2.2008

Zu Beginn möchte ich die Gelegenheit nutzen, um einige Gedanken zu äussern, was die Wissenschaften eigentlich zu leisten vermögen. Als Studienanfänger in Soziologie liess mich die Lektüre der einschlägigen Standardwerke bezüglich dieser Frage etwas ratlos zurück, erst recht die gelehrte, weitgehend philosophiefreie Praxis. Erst das Studium der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie konnte mir Anhaltspunkte liefern, was Wissenschaften eigentlich wollen. Dennoch blieb ich unbefriedigt, denn von einem Konsens über diese meines Erachtens ganz zentrale Frage kann keine Rede sein: Während sich die einen auf Ad-hoc-Theorien zurückziehen, erzählen andere Geschichten ohne Pointen, während weitere Aufklärungsarbeit in ihrem Sinn haben. Doch kaum jemand scheint sich bewusst zu sein, wie die Strukturen der eigenen Denkweise ausgestaltet sind, geschweige denn, wie die Alternativen aussehen mögen.

Auf folgendem Weg soll also eine Ordnung in die verschiedenen Denkweisen gebracht werden: Ausgehend von der erkenntnistheoretischen Dichotomie von «Verstehen» und «Erkennen» besteht die grundsätzliche Problematik, dass unsere Theorien von der Welt nie mit der Welt identisch sein können. Denn eine mit der Welt identische Theorie wäre – je nach Verständnis von «Identität» – entweder gleich der Welt, oder dann könnte aus der Theorie keinerlei Nutzen gezogen werden, da diese genau so komplex wäre wie die Welt selbst, man also genausogut die Welt direkt betrachten könnte.

Verstehende Wissenschaften versuchen nun mittels Aufbau von Komplexität das Verständnis eines bestimmten Problems in der Weise zu schärfen, indem möglichst alle relevanten Aspekte zusammengetragen werden. Höchstes Ziel dieser Vorgehensweise ist, sich der Konsequenzen des Zusammenwirkens all dieser Aspekte bewusst zu werden – was der erwähnten «Aufklärungsarbeit» entspricht. Ein Vergleich mit anderen, wenngleich ähnlichen Fällen wird mit diesem Vorgehen jedoch erschwert, da jeder nicht verzerrende Komplexitätsaufbau die zu vergleichenden Fälle voneinander mehr und mehr unterschiedlich ausgestaltet.

Erklärende Wissenschaften wiederum versuchen, die Komplexität der Welt soweit wie nützlich zu reduzieren – im Verständnis, dass aus dieser Komplexitätsreduktion eine optimierte Handhabbarkeit der Welt resultiert. Ziel dieses Wissenschaftsverständnisses ist es, Strukturen im Chaos der Welt zu entdecken und diesen Strukturen entsprechende Gesetzmässigkeiten zu formulieren. Idealerweise können diese Gesetzmässigkeiten schliesslich an ähnlich gelagerten Fällen angewendet werden, indem Modelle gebildet werden oder gar Prognosen gewagt werden. Somit werden Vergleiche zwar erheblich erleichtert; gleichzeitig aber führt die Komplexitätsreduktion bei hochkomplexen Fällen rasch dazu, dass die Theorien und Modelle der Welt gegenüber nicht mehr adäquat und somit überhaupt kaum mehr brauchbar sind.

Somit ergibt sich eine Spannung zwischen Komplexitätsaufbau, welcher einen bald unbewältigbaren Interpretationsaufwand erfordert, und einer Komplexitätsreduktion, welche mitunter in einem unzulässigen Reduktionismus endet. Positiv formuliert jedoch bilden verstehende Wissenschaften auch eine nicht zu unterschätzende Quelle an vormals entgangenen Einsichten, während erkennende Wissenschaften die Chance bieten, mehr zu leisten als nur zu zeigen, «wie es eigentlich gewesen» sei.

In der konkreten wissenschaftlichen Arbeit treten die Eigenheiten der verschiedenen Herangehensweisen immer wieder deutlich zu Tage. Ich will an dieser Stelle keine Aufzählung der konkurrierenden Theorien und Methodologien vornehmen, sie sind studierten Menschen hinlänglich bekannt. Jedoch soll hervorgestrichen werden, welche nicht zu unterschätzenden Probleme sich bei der Bearbeitung wissenschaftlicher Gegenständen zeigen, will man mehr leisten als eine reine Beschreibung. Nur allzu schnell stösst man an die Grenzen der verfügbaren Methoden. Diese Probleme werden uns auch in diesem Blog auf Schritt und Tritt verfolgen: Denn jeder Text, egal welcher Disziplin, muss mit dem Problem der Komplexität kämpfen – welche einerseits nach «mehr» schreit, um nicht als unzulässig vereinfachend zu gelten, und andererseits um «weniger» bettelt, um die Argumente verständlich und nachvollziehbar zu belassen. Dieser Spannung soll nicht ausgewichen werden – auch wenn das Erreichen eines optimalen Gleichgewichtes unmöglich sein dürfte.




Sinn und Zeit
31.12.2007/4.2.2008

Zeit, ein oft mystifiziertes und selten hinterfragtes Phänomen, ist das zwingende Produkt des Wandels der Welt: Jede Bewegung eines Moleküls im Raum, jedes gesprochene Wort, jeder gemachte Gedanke wandelt die Welt, welche dadurch von der zeitlich in der Vergangenheit liegenden Welt unterschiedlich ist. Zeit ist keine Dimension im räumlichen Sinn, sondern vielmehr die Folge dessen, dass Existenz ein Film und kein Standbild ist. Zeit ist also lediglich ein Index des Wandels. Die Zeit der Welt, in der wir leben, hat nun insbesondere zwei Eigenschaften: sie verrinnt unablässig, und sie verrinnt auch von einem unabhängig.

Zeit ist immer bezogen auf eine Entität, beginnt mit dem ersten Auftreten dieser Entität und endet mit dem Verschwinden dieser. Da in der Welt ständig irgendwelche Entitäten existieren, erscheint die Zeit als kontinuierlich. Die Frage, ob die Welt - als Bezeichnung der Gesamtheit der Entitäten - einen Anfang und ein Ende hat, soll uns vorerst nicht kümmern. Wichtig ist an dieser Stelle lediglich die Annahme, dass es die Welt bereits vor unermesslich langer Zeit gegeben hat, und ein Ende nicht absehbar ist.

Die Wahrnehmung der Zeit durch den Menschen ist in der Regel sehr eingeschränkt. Wir beobachten das Voranschreiten der Zeit beispielsweise durch Uhren, deren Zeitanzeige sich durch einen regelmässigen Takt ändert, oder durch den Wandel von Tag und Nacht. Aber schon die bewusstseinsmässige Lücke in unserer Zeitwahrnehmung, die entsteht, wenn wir die Nacht hindurch schlafen, zeigt, wie relativ - und flüchtig - die Zeit ist. Und auch wenn die Tage manchmal nicht vergehen wollen, die Jahre tun es - jeder Mensch erfährt dies im Laufe seines Lebens: Die Zeit vergeht.

Auch deshalb ist den meisten Menschen ihr Lebenswerk ein Thema. Am Ende des Lebens nicht vor einer Leere zu stehen, ist die Hoffnung vieler. So definieren wir Ziele, unternehmen Anstrengungen, machen Karriere. Das im Leben Erreichte wird Gradmesser des Sinns des Lebens. Wichtig auch, dass das Erreichte überdauert, der Nachwelt erhalten bleibt.

Behutsam pflegen die Menschen den Familienbesitz, stolz sind sie auf eine hundertjährige Firmengeschichte, die eigenen Schriften sollen noch lange von künftigen Generationen gelesen werden, und einige träumen gar von tausendjährigen Reichen. Vielleicht wird man ja sogar zu einem derjenigen, die es in ihrem Leben geschafft haben. Vielleicht wird man Chef über ein riesiges Kaufhaus; vielleicht wird dieses Kaufhaus aber ein paar Jahrzehnte, nachdem man gestorben ist, liquidiert und abgerissen - das Lebenswerk, mit wieviel sozialem Prestige es auch behaftet war, verschwindet. In anderen Bereichen ist es nicht besser: Dunkle Perioden in der Geschichte der Menschheit haben abertausende noch so bedeutende Texte unwiederbringlich zerstört. Und selbst tausendjährige Reiche waren nach eben diesen tausend Jahren verschwunden.

Was bleibt nun vom Sinn der Leben? Nach hundert Jahren erinnert man sich noch an einige grosse Menschen und an das, was sie erreicht haben. Nach tausend Jahren sind es nur noch wenige, und selbst wenn sie historisch vermerkt sind, ihre Relevanz auf die heutige Welt ist kaum mehr gegeben und sie haben meist nurmehr anekdotischen Wert. Nach zehntausend Jahren sind die meisten Spuren verloren. Nach hunderttausend Jahren können wir froh sein, würde die Menschheit überhaupt noch existieren. Nach einer Million Jahre schliesslich dürfte nichts mehr von Bedeutung sein, was heute gemacht wurde.

Die Pointe ist aber, dass diese Million Jahre vergehen wird. Schon in der Vergangenheit sind unzählige Millionen Jahre vergangen. Die nächste wird es auch - selbst wenn man es nicht wahrhaben will. Was bleibt also vom Sinn der Leben? Mit der Zeit nichts mehr.

Treiben wir dieses Spiel aber noch weiter: Gehen wir davon aus, dass es kein Ende der Zeit geben wird. Selbst wenn das Universum, wie wir es kennen, aufhören würde zu existieren, würde es irgendwie weitergehen, so wie der Tod einer Zelle, eines Menschen oder einer ganzen Kultur nie das Ende von allem gewesen ist.

Und wenn der Zeitstrahl in Richtung Zukunft unendlich ist, warum sollte er es nicht auch in Richtung Vergangenheit sein? Nehmen wir also an, dass es nie einen Anfang gegeben hat. Ob der Urknall nur ein Ereignis von unendlich vielen innerhalb eines Multiversums gewesen ist, oder ob man von einem Gott ausgeht, der in seiner eigenen Welt lebend unser Universum geschaffen hat, soll keine Rolle spielen. Nur die Unendlichkeit der Vergangenheit ist wichtig. Müsste dann nicht gefolgert werden, dass alles, was prinzipiell möglich wäre, in der unendlich weit in die Vergangenheit reichenden Geschichte der Welt schon mal passiert ist?

Der Begriff des Sinns verliert dann auch die letzte Bedeutung. Denn jeder Sinn wäre unendlich wenig bedeutend angesichts der Unendlichkeit der Welt. Egal, was ich auch mache, es ist irgendwann schon getan worden, und irgendwann wird es von keiner Bedeutung mehr sein.

Erscheint es in diesem Lichte nicht etwas lächerlich, wenn uns die Werbung von Wirtschaftsschulen vorgaukelt, unbedingt Karriere machen zu müssen, ja uns dies gar als höchsten Wert der Gesellschaft verkauft? Freilich, wir akkumulieren damit Geld, Macht und Prestige, als Bonbon bekommen Männer damit zudem die Chance, attraktivere Frauen abzubekommen. Und doch, unser Mann, der Chef eines grossen Kaufhauses geworden ist, zeitlebens sicher viel verdient hat, Angestellte kommandieren konnte, sozial in seinem Bekanntenkreis hoch angesehen war, und vielleicht auch einige Blondinen vernaschen durfte - wenn die Planierraupen das liquidierte Kaufhaus schliesslich abreissen, um Platz für etwas anderes zu schaffen, zählt das alles kaum mehr was. Geschweige denn eine Million Jahre später, oder gar angesichts einer angenommenen Unendlichkeit.

Auf die Frage, was schliesslich vom Sinn der Leben bleibt, kenne ich nicht wirklich eine Antwort. Jedoch sollte so einiges mit anderen Augen gesehen werden. Sozial vorgegebene Ziele und Lebensinhalte sind meist nur leere Hülsen, deren geforderte, unbedingte Übernahme durch den Einzelnen von erstaunlich wenigen Menschen hinterfragt wird. Sei es, Karriere machen zu müssen, in der Politik etwas zu bewirken, ja selbst als Wissenschaftler die Menschheit nach Vorne bringen zu wollen. Die Bedeutung jedwelcher Taten ist gar nicht so gross, wie es sich so mancher vorstellt. Wer dennoch etwas tun will – und dazu möchte ich trotz allem jeden ermutigen – soll es nicht tun, weil andere ihm sagen, dass man es tun solle. Die Legitimation des eigenen Handelns sollte meines Erachtens aus einer inneren Überzeugung heraus kommen. Diese Überzeugung zu konstruieren, ist eine sehr schwierige Aufgabe, und das «wie» muss letztlich jeder für sich entscheiden.

Ich habe zwar gesagt, dass ich keine Antwort auf die Frage nach dem Sinn der Leben kenne - doch ich bin Romantiker genug, um diesen kleinen Essay mit der hier sehr schön passenden Frage zu beenden: Was bleibt, ausser geliebt zu haben?




Über die Vorzüge einer objektorientierten Logik
9.9.2009

«Billettkontrolle - alle Billette vorweisen bitte!»

Als der Kontrolleur zum Fahrgast kommt, sagt dieser nur: «Mein Billett ist gültig.» und schaut wieder zum Fenster hinaus. Der Kontrolleur ist irritiert und fordert den Fahrgast nochmal auf, sein Billett vorzuweisen. Der Fahrgast schaut den Kontrolleur verständnislos an und sagt: «Wieso? Ich sagte doch bereits, dass mein Billett gültig ist.» Der Kontrolleur, nun etwas ungehalten: «Aber es genügt doch nicht, wenn Sie behaupten, ihr Billett sei gültig, Sie müssen es auch vorweisen!» Der Fahrgast fragt den Kontrolleur darauf: «Dann sagen Sie mir bitte noch mal, was das hier Ihrer Meinung nach sein soll.» «Eine Billettkontrolle!» «Dann genügt es aber auch, wenn ich Ihnen sage, dass mein Billett gültig ist. Ich erkläre es Ihnen: In Fall A ist das Billett gültig und ich weise es vor. In Fall B ist das Billett gültig und ich weise es nicht vor. Haben Sie den entscheidenden Punkt bemerkt? Das Billett ist in jedem Fall gültig, unabhängig davon, ob ich es vorweise oder nicht. Das Vorweisen des Billetts ist demnach keineswegs eine notwendige Bedingung für die Gültigkeit des Billetts, im Gegenteil besteht gar kein Zusammenhang zwischen dem Vorweisen des Billetts und dessen Gültigkeit.» Der Fahrgast macht eine kurze Pause, damit der Kontrolleur etwas Zeit hat, diesen Sachverhalt zu verarbeiten. Dann fährt er fort: «Das Problem, das zwischen uns besteht, ist demnach folgendes: Da sich bei einer Sichtung meines Billetts Ihrerseits nichts an der faktischen Gültigkeit des Billetts ändert, ist eine Billettkontrolle schlicht sinnlos. Weshalb sind Sie dann hier? Ihr Verkehrsbetrieb wird ja kaum einen Lohn für eine Tätigkeit zahlen, die sinnlos ist. Aber denken Sie nochmal darüber nach, was Sie hier tun. In Wirklichkeit geht es doch darum, dass Sie mir unterstellen, dass ich kein gültiges Billett besitze. Deshalb verlangen Sie, dass ich beweise, dass mein Billett gültig ist. Das heisst nun aber, dass Ihre eigentliche Intention nicht das Durchführen einer Billettkontrolle ist, sondern vielmehr das Durchführen einer Billetthalterkontrolle: Dabei führen Sie am Fahrgast eine soziale Kontrolle durch, bei der es darum geht, ob sich der Fahrgast an die vom Verkehrsbetrieb aufgestellte und von der Gesellschaft weitgehend akzeptierte Regel hält, dass man während der Fahrt ein gültiges Billett bei sich tragen soll. Dies ist ein feiner, aber entscheidender Unterschied. Denn der Begriff Billetthalterkontrolle, obwohl der eigentlichen Intention der Verkehrsbetriebe entsprechend, würde – meist zu Recht – von den Fahrgästen als unterstellend und beleidigend aufgefasst, weshalb stattdessen der verharmlosende Begriff der Billettkontrolle verwendet wird, der aber irreführend und deshalb unlauter ist. Und jetzt frage ich Sie nochmal, was tun Sie hier?» Der Kontrolleur, ob der Argumentation kapitulierend, zischt nur: «Eine Billetthalterkontrolle.» «Sehr gut, Sie haben aufgepasst. Gratulation. Hier, mein Billett.» Der Fahrgast zeigt dem Kontrolleur sein gültiges Billett, der Kontrolleur wirft einen kurzen Blick darauf und stampft aufgewühlt davon.

Was lernen wir aus dieser kleinen Geschichte? Im alltäglichen Sprachgebrauch steht meist das Subjekt im Zentrum unserer intuitiven Vorstellung darüber, was mit dem Gesprochenen gemeint ist. Selbst wenn wie im Beispiel der «Billettkontrolle» syntaktisch lediglich ein Objekt adressiert ist, semantisch fühlen wir uns ohne weiteres Nachdenken angesprochen und weisen unser Billett vor – obwohl wir dies nicht notwendigerweise tun müssten. Die Folge dieser übersehenen Diskrepanz zwischen Syntax und Semantik ist, dass wir in so manchen Fällen, in denen das Objekt der Gegenstand der Aussage ist, den eigentlichen Sachverhalt nicht erkennen oder, schlimmer noch, diesen verklären – und dies nicht nur im Alltag, sondern mitunter auch in unseren wissenschaftlichen Arbeiten. Deshalb tut eine stärkere Beachtung der Objekte von Aussagen Not. Vielfach kann in vorher missverstandenen Aussagen so sogar eine Aufdeckung vorher ungeahnter Zusammenhänge geleistet werden, wie im fiktiven Fall des peniblen Fahrgasts, der den Kontrolleur über seine eigentliche Aufgabe aufklärt. Also durchaus etwas, das Wissenschaftler anstreben sollten. Deshalb: Man sollte sich entgegen der sprachlichen Intuition generell häufiger an den Objekten der Aussagen orientieren, vielleicht wird man erstaunt sein, welche neuen Dimensionen sich im Verständnis der Dinge eröffnen.